Science after Noon, 30 April 2020, 13.30 - 14.15

Who is driving technology policy? Is technology driving us or are we in the driver’s seat?

New technologies such as modern robotics, artificial intelligence or advanced manufacturing or quantum technologies are forcing the economy and society to innovate at a fast pace. This raises the question: Is technology driving us or are we driving it? Do we have the right technology policy instruments at our disposal to respond to this pace?

Panellists:
Prof. Dr. Peter Seitz, Member of the SATW executive committee
Dr. Lars Sommerhäuser, EMPA, Managing Director of the AM-TTC Alliance
Dr. Gregoire Ribordy, CEO of ID-Quantique


Moderation:
Prof. Dr. em. Gerd Folkers, President of the Swiss Science Council SSC

The panel opens its discussion by addressing the question whether technology policies should be top-down or bottom-up. Peter Seitz refers to an influential article that is critical of top-down approaches. Successful technology policies should not be too strict. They must include elements of “benign neglect”, much like it is the case in Switzerland. Lars Sommerhäuser highlights the importance of multidisciplinarity and partnerships between academia and industry in advanced manufacturing. Keeping industry jobs in Switzerland is important so that new technologies can be tested and applied here. Reporting from the trenches of quantum technology development, Grégoire Ribordy notes that the European top-down approach to quantum technology has been highly successful in producing good science and enabling new technologies but that it might not be the right policy in a phase where applications and products are being developed. Top-down policies seem to get stuck at low technology readiness levels.
What counts as the “right” technology policy thus highly depends on the goals that you want to achieve. Top-down approaches might be good for enabling basic research, but not so much for bringing new applications to the markets. Technology policy should provide a framework in which academia, start-ups and incumbent industries can engage in the development of new applications. The question is how flexible or how strict the framework should be. The panel agrees that, for Switzerland, a more flexible framework combining elements of top-down and bottom-up policies might be a good solution. Despite the lack of a strong policy supporting technology development in companies and start-ups, the Swiss way has had its successes in the past.

A cooperation of a+ and the Swiss Science Council. Further information about Science at (after) Noon: http://www.akademien-schweiz.ch/index/Aktuell/Science-at-Noon.html.

 


Science at Noon am 11. November 2019

Von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur Innovation

Die Schweiz schneidet bei vielen Innovationsrankings erfolgreich ab, doch was bedeutet «Innovation»? Welches Gut – wenn überhaupt – bringt sie der Gesellschaft? Und was kann ein akademischer Blick auf diesen Begriff dazu beitragen? Um diese Fragen zu diskutieren, lud Antonio Loprieno, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz, zu einer Podiumsdiskussion ein.

Marc Pauchard, Verantwortlicher für Wissenstransfer bei Innosuisse, versteht unter Innovation die Nutzbarmachung unserer Erkenntnisse für das, was «wünschbar» ist. Dass Innosuisse nicht nur Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit, sondern auch Wünschbarkeit als Kriterium verwendet, stellt eine Erweiterung ihres historischen Fokus dar. Eigentlich sei es eine Verdeutlichung, so Pauchard, die wirtschaftliche Wirkung war ja immer Teil der Wirkung auf die Gesellschaft.

Neue Krankheitsbilder mit bestehenden Medikamenten behandeln: das ist eine Art «wünschbare» Innovation, an der die pharmazeutische Industrie kein Interesse hat, wie Christiane Pauli-Magnus, Leiterin des Departementes Klinische Forschung am Universitätsspital Basel, ausführt. Auch müssen in der medizinischen Forschung die publikationsbasierten Metriken der Forschungsevaluation hinterfragt werden, denn für die Patientenversorgung bringen sie wenig Nutzen.

Eigentlich, so Gerd Folkers, Präsident des Schweizerischen Wissenschaftsrat, sei es die Aufgabe einer Wissenschaftlerin, eines Wissenschaftlers zuerst mal ganz ohne Blick auf Innovation zu forschen. Denn nur so entsteht etwas wirklich Neues. Innovation bedeutet, dass man eine Idee zu den künftigen Anwendungen hat und die passenden Wörter (er)findet, um darüber kommunizieren zu können.

Die Podiumsteilnehmende sind sich einig, dass für eine gelungene Transferleistung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung sich alle Beteiligten aufeinander einlassen müssen.


* Im Rahmen von «Science at Noon» bieten die Akademien der Wissenschaften eine Plattform zur Diskussion von wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Themen. Die Veranstaltung vom 11. November 2019 haben der Schweizerische Wissenschaftsrat und die Akademien der Wissenschaften Schweiz gemeinsam organisiert http://www.akademien-schweiz.ch/index/Aktuell/Science-at-Noon.html.

 


Mehr Daten allein führen nicht zu besseren Entscheiden

Kann ein Computer seine eigene Geschichte schreiben? Was ist genau der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit? Und wie lässt sich das grosse medizinische Wissen auf einen einzelnen kranken Menschen übertragen? – Wenn drei Fachleute über «Digitalisation and Medicine: When the computer knows better» diskutieren, geht es rasch um Grundsätzliches.

Die Digitalisierung ist eine grosse Chance, darin sind sich die Gesprächspartner, die SWR-Präsident Gerd Folker zu «Science at Noon»* geladen hat, einig. Maschinen seien die besseren Datenspeicher als Menschen, betont Christian Lovis, Leiter Sciences de l'Information Médicale am Universitätsspital Genf. Doch es gehe auch um die intelligente Nutzung dieser Fakten, und schliesslich «braucht es Weisheit um zu entscheiden, wie man handeln will». Zum Beispiel, um unter den unzähligen automatisierten Alarmsignalen im Spital die wenigen echten Warnungen nicht zu verpassen. Ein weiser Mensch stelle zudem Fakten und Wissen immer wieder in Frage, fügt Susan Gasser, Direktorin des Friedrich Miescher Instituts und Mitglied des SWR, an. «Maschinen haben keine Zweifel.»

Man müsse sich bewusst sein, sagt Claudio Bassetti, Direktor Neurologie am Inselspital, dass viele Daten heutzutage aus rechtlichen Gründen erhoben würden. Die Tischrunde ist sich einig: Daten zu sammeln, ist sehr einfach; und genau das ist zu einem grossen Problem geworden. «Wir müssen einen vernünftigen Umgang mit Daten finden», appelliert Gasser. Nicht immer sei die Arbeit mit grösseren Datenmengen die beste Forschungsstrategie.

Es brauche mehr Auseinandersetzung zwischen Computer- und Medizinfachleuten, findet Lovis, denn reale Bedürfnisse im klinischen Alltag verlangten nach robusten und vertrauenswürdigen Lösungen. Während ein Computerprogramm Daten auswerte, betrachte ein Mensch den ganzen Patienten. «Niemand hofft, einen Roboter vor sich zu haben, wenn er krank ist», schliesst Bassetti. Eine sinnvolle Nutzung der neuen Technologien müsse die Arbeit der Ärztinnen und Pflegefachpersonen vereinfachen, damit wieder Zeit für Begegnungen unter Menschen zur Verfügung steht.


* Im Rahmen von «Science at Noon» bieten die Akademien der Wissenschaften eine Plattform zur Diskussion von wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Themen. Die Veranstaltung vom 5. Juni 2019 haben der Schweizerische Wissenschaftsrat und die Akademien der Wissenschaften Schweiz gemeinsam organisiert http://www.akademien-schweiz.ch/index/Aktuell/Science-at-Noon.html.

 Science at Noon

 


Frühlingstreffen der Geschäftsstellen der nationalen Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsräte

Am 17. Mai 2019 kamen Mitglieder der Geschäftsstellen verschiedener europäischen Wissenschafts-, Technologie und Innovationsräte zu ihrem halbjährlichen Treffen in Bern zusammen. Die Teilnehmenden wurden durch Gerd Folkers, Präsident des SWR begrüsst, welcher das Treffen veranstaltet hat. Gerd Folkers sah dieses Treffen als eine ausgezeichnete Gelegenheit, voneinander zu lernen und neue Sichtweisen zu gewinnen. Als Gastrednerin vermittelte Angelika Kalt, Direktorin des SNF, die Perspektive einer Förderin auf die Schweizer Forschungslandschaft. Ebenfalls diskutierten die Teilnehmenden über Erfahrungen und Herausforderung der Wirkungsmessung der Politberatung von Wissenschaftsräten. Das nächste Treffen wird im Dezember 2019 in Leuven (Belgien) stattfinden.

 

Spring Meeting 2019_1